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Kathrin Söhnel

Dipl. oec. / Steuerberaterin in Berlin-Karlshorst

Infothek (Archiv der älteren Infos)

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Bitte beachten Sie, dass die Informationen auf dieser Seite möglicherweise veraltet sind. Ich kann keine Garantie dafür übernehmen, dass die hier getroffenen Aussagen dem aktuellen Stand der Dinge entsprechen.

Bauabzugsteuer: Zweiwohnungsregelung

Vermietet der Empfänger einer Bauleistung nicht mehr als zwei Wohnungen, ist der Steuerabzug auf Bauleistungen für diese Wohnungen nicht anzuwenden (Zweiwohnungsregelung).

31.03.2003

Umbau gewerblich genutzter Räume in Eigentumswohnungen

Führt die Veräußerung von Eigentumswohnungen, die vor Umbau zu einem ruhenden Gewerbebetrieb gehört haben, zum gewerblichen Grundstückshandel, so gehen diese Wohnungen zum Buchwert aus dem Betriebsvermögen des ruhenden Gewerbebetriebs in das Umlaufvermögen des gewerblichen Grundstückshandels über. Diese Konsequenz ergibt sich nach Ansicht des Bundesfinanzhofs aus dem nach der ständigen Rechtsprechung geprägten sehr weiten Betriebsbegriff.

31.03.2003

Arbeitszimmer im Anbau zum Wohnhaus

Die Abzugsbeschränkung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer gelten nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs auch dann, wenn sich dieses Zimmer in einem separaten Anbau zum Wohnhaus des Nutzenden befindet. Ein Arbeitnehmer hatte sämtliche Kosten für das in dem Anbau befindliche Arbeitszimmer als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend gemacht.

30.04.2003

 1 bis 20 von 194 

Dienstreisetag eines Grenzgängers aus Frankreich

Ein Arbeitnehmer mit Wohnsitz im französischen und mit Arbeitsort im deutschen Grenzgebiet unterliegt der deutschen Besteuerung, soweit er zu mehr als 20 v. H. der gesamten Werk- oder Arbeitstage bzw. an mehr als 45 Tagen außerhalb der Grenzzone in Deutschland für seinen Arbeitgeber tätig ist.
Nach einem Beschluss des Bundesfinanzhofs sind für die Frage des tageweisen Aufenthalts außerhalb der Grenzzone nur ganze Tage der Tätigkeit außerhalb der deutsch-französischen Grenzzone in die Berechnung einzubeziehen. Auf eine nur stundenweise Abwesenheit kommt es nicht an. Unerheblich ist darüber hinaus, ob und in welchem Umfang der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber für den auswärtigen Aufenthalt ein Tagegeld erhält. Dieser Beurteilung entgegenstehende deutsche Verwaltungsanweisungen sind unbeachtlich.

31.03.2003

Verlustentstehungszeitpunkt i. S. von § 17 EStG im Falle eines lang andauernden Verlustes

§ 17 Einkommensteuergesetz (EStG) regelt die Besteuerung des Gewinns bzw. Verlusts aus der Veräußerung von Anteilen an Kapitalgesellschaften bei wesentlicher Beteiligung (innerhalb der letzten fünf Jahre), wenn sich die Anteile im Privatvermögen des Anteilseigners befinden.
Das Finanzgericht Düsseldorf hatte darüber zu entscheiden, wann der Veräußerungsverlust im Falle eines lang andauernden Konkurses entstanden war, wann also der Verlust in der persönlichen Einkommensteuererklärung des Beteiligten anzusetzen ist.
Das Finanzgericht stellte folgende Grundsätze auf:
Für die Entstehung des Auflösungsverlusts ist entscheidend, dass der wesentlich beteiligte Gesellschafter nicht mehr mit Zuteilungen und Rückzahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen rechnen kann.
Der Auflösungsverlust aus der Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft wird regelmäßig erst mit dem Abschluss des Konkursverfahrens realisiert. Erst wenn der Konkursverwalter die einzelnen Wirtschaftsgüter des Gesellschaftsvermögens oder das Unternehmen im Ganzen veräußert hat und mit dem letzten Geschäftsvorfall die Grundlage für die Schlussverteilung geschaffen hat, ist das Verfahren abgeschlossen.
Selbst bei Überschuldung der Kapitalgesellschaft kommt ein früherer Realisierungszeitpunkt nicht in Frage, wenn noch die Möglichkeit eines Zwangsvergleichs besteht. Dies ist der Fall, wenn die Konkursmasse zur Befriedigung der bevorrechtigten Gläubiger ausreicht.
Für die Praxis ist trotz dieses klarstellenden Urteils zu beachten: In Zweifelsfällen sollten Veräußerungsverluste möglichst frühzeitig geltend gemacht werden. Dadurch wird vermieden, dass Auflösungsverluste mit der Begründung versagt werden, der Verlust sei bereits in einem früheren, schon bestandskräftigen Jahr entstanden.

31.03.2003

Abschlussgebühren für Bausparvertrag als Werbungskosten

In vielen Fällen werden zur Finanzierung des Erwerbs von Grundstücken Bausparverträge abgeschlossen. Während bei vermieteten oder gewerblich/beruflich genutzten Objekten klar ist, dass anfallende Schuldzinsen als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden können, wird oftmals übersehen, dass auch die Abschlussgebühren für einen Bausparvertrag wie Schuldzinsen zu behandeln sind.
Der Abzug ist allerdings nur im Jahr des Abflusses möglich, wenn von vornherein klar ist, dass die Gebühr mit der Erzielung von Einkünften in Zusammenhang steht.

31.03.2003

Bauabzugsteuer: Zweiwohnungsregelung

Vermietet der Empfänger einer Bauleistung nicht mehr als zwei Wohnungen, ist der Steuerabzug auf Bauleistungen für diese Wohnungen nicht anzuwenden (Zweiwohnungsregelung). Für eigengenutzte Gebäude (z. B. privates Einfamilienhaus) kommt eine Abzugsverpflichtung nicht in Betracht. Gleiches gilt für unentgeltlich überlassene Wohnungen. Vorübergehend leer stehende Wohnungen sind bei der Zweiwohnungsgrenze nur zu berücksichtigen, wenn der Vermieter die Vermietungsabsicht nicht aufgegeben hat. Wird eine Wohnung vermietet, ist es unerheblich, zu welchem Zweck vermietet wird und ob sich die vermieteten Wohnungen im Privatvermögen oder Betriebsvermögen des Vermieters befinden. Bei der Berechnung der Zweiwohnungsgrenze werden sämtliche vermietete Wohnungen, auch die im Ausland, berücksichtigt. Bei Ehegatten ist die Zweiwohnungsgrenze jedoch für jeden Ehegatten getrennt zu ermitteln. Ist eine Grundstücksgemeinschaft Eigentümer der Wohnung, ist für die Eigentümergemeinschaft selbst die Zweiwohnungsregelung maßgebend. Dies gilt auch für Ehegatten-Eigentümergemeinschaften. Werden Garagen nicht gemeinsam mit einer Wohnung vermietet, unterliegen Bauleistungen an der Garage grundsätzlich dem Steuerabzug.

31.03.2003

Begriff des häuslichen Arbeitszimmers

Mit den Finanzämtern gibt es immer wieder Auseinandersetzungen über das häusliche Arbeitszimmer. Der Bundesfinanzhof hat in zwei Entscheidungen erneut dazu Stellung genommen. Dabei ging es um ein Archiv eines Bauingenieurs im Keller seines Hauses und um einen Arbeitsraum eines Komponisten im Souterrain des Hauses. Folgende Grundsätze wurden dabei herausgearbeitet:
Das Archiv im Keller des Hauses mit Aktenordnern und Fachbüchern gilt als Arbeitszimmer, das in die häusliche Sphäre eingebunden ist.
Der zentrale Begriff des häuslichen Arbeitszimmers ist ein Büroraum mit einem Schreibtisch. Folglich sind Räume mit einer anderen Nutzung in der Regel nicht als häusliches Arbeitszimmer zu qualifizieren. Kein häusliches Arbeitszimmer sind zum Beispiel Werkstatt- oder Lagerräume, Praxisräume einer Sprachpädagogin, die Räume einer Notfallpraxis eines Arztes oder ein Tonstudio.
Für die Beurteilung, ob ein häusliches Arbeitszimmer vorliegt, ist es ohne Bedeutung, ob ein solcher Raum eine Betriebsstätte darstellt.

31.03.2003

Gewerblicher Grundstückshandel bei Veräußerung von nicht mehr als drei Objekten

Werden mehr als drei Immobilienobjekte innerhalb von fünf Jahren nach Ihrer Anschaffung oder Bebauung verkauft, sieht die steuerliche Rechtsprechung ein Indiz für einen gewerblichen Grundstückshandel. Ergeben sich jedoch gewichtige Anhaltspunkte für oder gegen eine von Anfang an vermutete Veräußerungsabsicht des Eigentümers, dann kommt es auf die Indizienmerkmale nicht an. Ein gewerblicher Grundstückshandel kann in solchen Fällen bereits bei dem Verkauf eines Objekts oder erst bei der Veräußerung mehrerer Objekte vorliegen.
Der Bundesfinanzhof hat in Fortführung dieser Rechtsprechung bei Eheleuten, die ein Gebäude mit zehn Wohnungen errichteten und davon drei Eigentumswohnungen an den Sohn und zwei Eigentumswohnungen an die Tochter übertrugen, Folgendes festgehalten:
Zubehörräume sind keine Zählobjekte im Sinne der Drei-Objekt-Grenze. Garagen werden als Zubehörräume von Eigentumswohnungen angesehen.
Unentgeltliche Übertragungen von Immobilienobjekten auf Kinder sind nicht in die Betrachtung der Drei-Objekt-Grenze einzubeziehen. Das gilt selbst bei teilentgeltlicher Übertragung an Kinder, wenn die Eltern keine Gewinnerzielungsabsicht (Teilentgelt übersteigt nicht die Selbstkosten) haben.
Ein Pflichtteilsverzicht der Kinder anlässlich der Übertragung ist kein Veräußerungsentgelt an die Eltern.
Im Einzelfall kann die unentgeltliche Übertragung als Entnahme der Eltern anzusehen sein, wenn diese nachweislich vor der Schenkung eine bedingte Veräußerungsabsicht hatten.
Die Übertragung auf die Kinder ist in die Drei-Objekt-Grenze einzubeziehen, wenn die Schenkungsverträge zwischen nahen Angehörigen steuerlich nicht anzuerkennen sind oder wenn es sich um ein Scheingeschäft oder einen Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten handelt.

31.03.2003

Konkretisierung der geplanten Investitionen für eine Ansparabschreibung

Für eine Ansparabschreibung bedarf es einer möglichst konkreten Beschreibung der geplanten Investition, die aus der Sicht am Ende des jeweiligen Gewinnermittlungszeitraums vorzunehmen ist. Eine hierzu ergangene Entscheidung des Bundesfinanzhofs macht deutlich, dass rein willkürlich behauptete Investitionsvorhaben unter bestimmten Voraussetzungen keine Gewinn mindernde Rücklagen rechtfertigen.
In dem betreffenden Fall hatte ein Handelsvertreter nach Schätzung im nachfolgenden Einspruchsverfahren die Bildung einer Gewinn mindernden Rücklage beantragt. Bei einem Gewinn i. H. v. ca. 23.000 € für 1995 begehrte er mehr als zwei Jahre später die nachträgliche Berücksichtigung einer Ansparabschreibung in der Größenordnung von etwa 120.000 €.
Das Gericht versagte die Bildung der Rücklage u. a. auch deshalb, weil nach seinen Feststellungen der Betrieb auch in der Zeit nach 1995 nur geringfügige Umsätze und Gewinne abgeworfen hatte und die prognostizierte Expansion nicht eingetreten war. Die behauptete Investitionsabsicht stand in keinem Verhältnis zum Umfang der Tätigkeit und hätte nach Aussage des Gerichts nur damit nachgewiesen werden können, dass zum Zeitpunkt der Bildung der Rücklage (31. Dezember 1995) die betreffenden Investitionsgüter bereits verbindlich bestellt gewesen wären, so wie dies z. B. bei einem neu gegründeten Betrieb verlangt wird

31.03.2003

Kürzung der als Sonderausgaben abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen

Ein Arbeitgeber hatte steuerfreie Zuschüsse zur Krankenversicherung und für eine befreiende Lebensversicherung an seinen Arbeitnehmer gezahlt. Dementsprechend kürzte das Finanzamt im Rahmen der Veranlagung des Arbeitnehmers den Vorwegabzug für Vorsorgeaufwendungen um 16 v. H. des Bruttoarbeitslohns.
Die Besonderheit des Falls lag darin, dass die steuerfreien Arbeitgeberleistungen zur Zukunftssicherung des Arbeitnehmers erheblich unter dem Kürzungsbetrag für die Vorsorgeaufwendungen lagen. Der Arbeitnehmer war der Auffassung, die Kürzung seiner Vorsorgeaufwendungen dürfe nicht höher sein als der steuerfreie Arbeitgeberzuschuss.
Der Bundesfinanzhof hat die Revision des Arbeitnehmers abgewiesen. Bei der Kürzung des Sonderausgaben-Vorwegabzugs für Vorsorgeaufwendungen komme es nicht auf die Höhe der steuerfreien Zuschüsse des Arbeitgebers für die Zukunftssicherung seines Arbeitnehmers an. Entscheidend ist nach diesem Urteil allein, dass überhaupt steuerfreie Arbeitgeberleistungen gezahlt werden.

31.03.2003

Reparaturkosten vor erstmaliger Nutzung eines Wohngebäudes als Anschaffungskosten

Nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs können auch schadensbeseitigende Reparaturmaßnahmen zu Anschaffungskosten für ein Wohngebäude führen. Dies ist dann der Fall, wenn sich das Gebäude vor seiner erstmaligen Nutzung wegen dieses Schadens in einem nicht vermietbaren Zustand befindet. Denn die Beseitigung sämtlicher vor der erstmaligen Vermietung entstandenen Schäden hat den Zweck, das Gebäude betriebsbereit zu machen.
Unter Zugrundelegung dieser Maßstäbe wurden Reparaturaufwendungen an einer Heizungsanlage sowie weitere mit den Reparaturmaßnahmen in bautechnischem Zusammenhang stehende Aufwendungen den Anschaffungskosten zugerechnet. Die Schäden an der Heizung waren erst nach dem Erwerb des Gebäudes aufgetreten und wurden vor der erstmaligen Vermietung beseitigt.

31.03.2003

Umbau gewerblich genutzter Räume in Eigentumswohnungen

Führt die Veräußerung von Eigentumswohnungen, die vor Umbau zu einem ruhenden Gewerbebetrieb gehört haben, zum gewerblichen Grundstückshandel, so gehen diese Wohnungen zum Buchwert aus dem Betriebsvermögen des ruhenden Gewerbebetriebs in das Umlaufvermögen des gewerblichen Grundstückshandels über.
Diese Konsequenz ergibt sich nach Ansicht des Bundesfinanzhofs aus dem nach der ständigen Rechtsprechung geprägten sehr weiten Betriebsbegriff. In dem betreffenden Urteilsfall wird ein Übergang der Wirtschaftsgüter von einem Betriebsvermögen in ein anderes des gleichen Betriebsinhabers unterstellt. Dieser hat zwingend zum Buchwert zu erfolgen.

31.03.2003

Zweitwohnungssteuer für vermietete Ferienwohnung als Werbungskosten abzugsfähig

Viele Gemeinden sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, für ein Ferienhaus bzw. für eine Ferienwohnung Zweitwohnungssteuer zu erheben, wenn die Wohnung auch für den persönlichen Gebrauch vorgehalten wird. Dabei ist es unerheblich, in welchem Zeitraum die Wohnung genutzt wird. Nur bei ausschließlicher Nutzung des Objekts als reine Kapitalanlage (ausschließliche Vermietung an Fremde) wird keine Zweitwohnungssteuer festgesetzt.
Diesem Grundsatz folgend hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass der Anteil der Zweitwohnungssteuer, der auf den vermieteten Zeitraum fällt, als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abzugsfähig ist.

31.03.2003

Zahlungen an Zusatzversorgungskasse der Landwirtschaft

Ein landwirtschaftliches Unternehmen zahlte auf Grund tarifvertraglicher Verpflichtungen monatlich einen bestimmten Betrag an die Zusatzversorgungskasse der Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft. Die Lohnsteuer wurde pauschal berechnet. Während das Finanzamt die Beträge als Arbeitslohn voll versteuern wollte, behandelte das Finanzgericht die Zahlungen als geldwerten Vorteil steuerfrei.
Der Bundesfinanzhof folgte der Auffassung des Finanzamts. Der Arbeitgeber war mangels vertraglicher Beziehungen zur Versorgungskasse nicht Versicherungsnehmer. Aus diesem Grund sind solche Zahlungen dann voll als Arbeitslohn zu besteuern.

31.03.2003

Arbeitszimmer im Anbau zum Wohnhaus

Die Abzugsbeschränkung der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer gelten nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs auch dann, wenn sich dieses Zimmer in einem separaten Anbau zum Wohnhaus des Nutzenden befindet.
Ein Arbeitnehmer hatte sämtliche Kosten für das in dem Anbau befindliche Arbeitszimmer als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend gemacht. Er war der Ansicht, dass ein außerhäusliches Arbeitszimmer vorlag, für das die Abzugsbeschränkung (max. 1.250 EUR) nicht gilt.
Das Gericht sah dies anders: Der Begriff des häuslichen Arbeitszimmers sei im Gesetz zwar nicht näher bestimmt, die Rechtsprechung stellt jedoch ganz allgemein auf die Einbindung von Räumen in die häusliche Sphäre ab. Diese Voraussetzungen sind danach auch bei einem separaten Anbau erfüllt.

30.04.2003

Ausstattungskosten für eine neue Wohnung keine abziehbaren Umzugskosten

Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Bezug einer Wohnung bei beruflich veranlasstem Wohnungswechsel sind als Werbungskosten abzugsfähig. Dagegen sind nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs die Kosten für die Ausstattung einer neu bezogenen Wohnung, wie z. B. Renovierungsmaterial, Gardinen, Lampen oder Telefonanschluss, nicht abzugsfähig. Diese Aufwendungen sind nicht allein durch die berufliche Veränderung veranlasst. Sie haben zumindest in gleichem Maße ihre Ursache in der persönlichen Lebensführung, so dass sie den nichtabzugsfähigen Kosten der Lebensführung zuzurechnen sind.

30.04.2003

Begrenzung des Abzugs von Vorsorgeaufwendungen für Selbstständige ist nicht verfassungswidrig

Die steuerliche Berücksichtigung von Vorsorgeaufwendungen ist durch Höchstbeträge beschränkt. Das wirkt sich für Selbstständige nachteiliger aus als für Arbeitnehmer. Der Bundesfinanzhof sieht darin keine Verfassungswidrigkeit.
Nach Auffassung des Gerichts hat der Gesetzgeber das allgemeine Gleichheitsprinzip nicht dadurch verletzt, dass er im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen die Gruppe der Arbeitnehmer günstiger gestellt hat als die Gruppe der Selbstständigen. Es sei zu berücksichtigen, dass zwischen den beiden Gruppen Unterschiede von solcher Art und solchem Gewicht bestehen, dass sie diese ungleiche Behandlung unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit rechtfertigen.
Für Arbeitnehmer, die typischerweise verstärkt sozial schutzbedürftig sind, konnte der Gesetzgeber besondere Regelungen für die Zukunftsvorsorge und im Zusammenhang damit für die steuerliche Behandlung der Aufwendungen treffen. Im Übrigen ist der Gesetzgeber nicht gezwungen, Vorsorgeaufwendungen wie Erwerbsaufwendungen in voller Höhe zum Abzug zuzulassen. Vorsorgeaufwendungen sind keine Aufwendungen der Einkommenserzielung, sondern Maßnahmen der Einkommensverwendung.
Sollte der Gesetzgeber die Rentenbesteuerung ändern, werden diese Feststellungen allerdings nicht mehr zutreffen.

30.04.2003

Betriebsübertragung zwischen Ehegatten - Begrenzung des Prognosezeitraums

Ein Ehemann übertrug seiner Ehefrau ein ausschließlich verlustbringendes Fitness-Zentrum im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen zur Regelung von Scheidungsfolgen. Dabei war er verpflichtet, alle betrieblichen Kredite vor der Übertragung zu tilgen. Zusätzlich schlossen die bereits seit Jahren getrennt lebenden Ehegatten in dem Vertrag den gesetzlichen Güterstand aus und vereinbarten die Gütertrennung. Der Notar wies darauf hin, dass als Folge des Vertrags ein Zugewinnausgleich nicht stattfinde. Diese Vereinbarung kam den übertragenden Ehegatten teuer zu stehen.
Das Finanzamt erkannte auf Grund dieser Vereinbarung die Verluste aus dem Fitness-Zentrum nicht an, weil dem übertragenden Ehegatten keine Gewinnerzielungsabsicht mehr unterstellt werden konnte. Der Bundesfinanzhof bestätigte die Ansicht, da in der Übertragung des Betriebs auf Grund eines Auseinandersetzungsvertrags im Zusammenhang mit der Beendigung der Zugewinngemeinschaft ein entgeltliches Veräußerungsgeschäft zu sehen war. Der Prognosezeitraum zur Beurteilung einer Gewinnerzielungsabsicht verkürzte sich deshalb auf den Zeitraum bis zu der entgeltlichen Übertragung des Fitness-Zentrums. In diesem Zeitraum hatte der übertragende Ehegatte jedoch keinen Totalgewinn erzielen können. Nur bei einer unentgeltlichen Übertragung wäre die Zeit der Unternehmensfortführung durch die Ehefrau in den Prognosezeitraum einbezogen worden.

30.04.2003

Bürgschaftsinanspruchnahme eines wesentlich beteiligten Gesellschafters

Durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasste Bürgschaften führen bei Inanspruchnahme des Gesellschafter-Bürgen nicht zu sofort abzugsfähigen Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen. Vielmehr sind die Aufwendungen aus der Inanspruchnahme als nachträgliche Anschaffungskosten der Beteiligung zu behandeln. Sie wirken sich also nur bei wesentlicher Beteiligung aus. Eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis liegt regelmäßig vor, wenn die Bürgschaft unentgeltlich, ohne Sicherheitsleistung und zeitlich unbeschränkt übernommen und in der Krise der GmbH >=stehen gelassen‰ wurde, die Bürgschaft also Eigenkapital ersetzenden Charakter hat.
Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschied, dass in einem solchen Fall der Auflösungsverlust in dem Jahr entsteht, in dem der Gesellschafter nicht mehr mit Rückzahlungen aus dem Gesellschaftsvermögen rechnen kann, selbst wenn er durch die Bürgschaft erst später tatsächlich wirtschaftlich belastet wird. Bleibt die Inanspruchnahme durch den Gläubiger gegen Mitgesellschafter erfolglos und wird der Gesellschafter mit weiteren Beträgen in Anspruch genommen, liegt ein rückwirkendes Ereignis vor, das die Höhe der nachträglichen Anschaffungskosten beeinflusst. Das bedeutet, dass ein bereits für das Auflösungsjahr bestandskräftiger Einkommensteuerbescheid geändert werden kann. Dies gilt allerdings nur, wenn der Gesellschafter Aufwendungen zu zahlen hat, mit denen er bei Erlass des ersten Einkommensteuerbescheids noch nicht rechnen musste.
Der Bundesfinanzhof muss nun abschließend entscheiden.

30.04.2003

Gewerblicher Grundstückshandel bei An- und Verkauf von zwei Grundstücken

Unabhängig von der so genannten Drei-Objekt-Grenze kann ein gewerblicher Grundstückshandel auch dann vorliegen, wenn weniger als vier Objekte veräußert werden. In einer hierzu ergangenen Entscheidung macht der Bundesfinanzhof deutlich, dass es entscheidend auch auf die Motive der Veräußernden ankommt, ob also eine Immobilie schon mit Verkaufsabsicht erworben wurde.
Eine solche Veräußerungsabsicht hat das Gericht in einem Fall erkannt, in dem ein Zimmermeister im Abstand von einem Jahr jeweils ein unbebautes Grundstück erwarb, dieses bebaute und dann veräußerte. Der Ablauf der Veräußerungsgeschäfte ließ erkennen, dass von Anfang an eine Verkaufsabsicht bestand, so dass die erzielten Gewinne den Einkünften aus Gewerbebetrieb zuzurechnen waren.

30.04.2003

Häusliches Arbeitszimmer, das der angestellte Ehegatte benutzt

Mit den Finanzämtern gibt es immer wieder Meinungsverschiedenheiten über die Abzugsfähigkeit der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer. Ein Friseur nutzte neben seinem Friseursalon einen Kellerraum in seinem Wohnhaus als einzigen Büroraum. In diesem Büroraum arbeitete die angestellte Ehefrau und erbrachte darin alle Arbeiten. Der Friseur selbst nutzte diesen Büroraum nur sporadisch. Er war der Ansicht, dass alle Voraussetzungen für den vollständigen Abzug der Aufwendungen vorlagen.
Der Bundesfinanzhof nahm die Revision des Friseurs nicht an. In der Begründung stellte das Gericht klar, dass es nicht auf den Umfang der Nutzung durch die angestellte Ehefrau ankommt. Entscheidend ist die Nutzung durch den selbstständigen Ehemann.
Die Abzugsbeschränkung der Aufwendungen dient dem Zweck, den betrieblichen und den privaten Bereich abzugrenzen und die Beurteilung für die Finanzverwaltung zu erleichtern. Deshalb kann für die Frage der Nutzung nicht danach differenziert werden, ob der Arbeitgeber-Ehegatte selbst oder sein von ihm angestellter Ehegatte den Raum nutzt.

30.04.2003

Häusliches Arbeitszimmer: Qualitativer Schwerpunkt der Tätigkeit maßgebend

Personen, die auch außer Haus arbeiten und keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung haben, aber ein Arbeitszimmer unterhalten müssen, können bis zu 1.250 € Aufwendungen geltend machen. Wollen sie den vollen Abzug der Aufwendungen erreichen, dann müssen sie nachweisen, dass das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung darstellt.
Der Bundesfinanzhof hatte sich mit mehreren solchen Fällen zu beschäftigen und stellte für diesen Personenkreis folgende Grundsätze auf:
Das häusliche Arbeitszimmer ist nicht deshalb Tätigkeitsmittelpunkt, weil dem Betroffenen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Auch die quantitative Nutzung des Arbeitszimmers (über 50 v. H.) hat nur indizielle Bedeutung.
Wichtig ist, dass der qualitative Schwerpunkt der Tätigkeit im häuslichen Arbeitszimmer liegt.
Bei einem Verkaufsleiter und einem Ingenieur, die die wesentlichen Leistungen im Arbeitszimmer erbrachten und deren Außendiensttätigkeit von untergeordneter Bedeutung war, erkannte das Gericht den vollen Abzug an. Dagegen wurde einer medizinischen Fachberaterin nur der begrenzte Abzug zugestanden, weil der Schwerpunkt in der Demonstration der Produkte in Kliniken lag.
Um den vollen Abzug der Aufwendungen zu erreichen, ist es also unerlässlich, die Finanzverwaltung davon zu überzeugen, dass der qualitative Schwerpunkt der Tätigkeit im Arbeitszimmer liegt. Sind die Arbeiten dort allerdings von untergeordneter Bedeutung, wird dies kaum möglich sein.

30.04.2003